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cnetz fordert Ende der elektronischen Gesundheitskarte und Umsetzung des Koalitionsvertrags
Veröffentlicht am 07.05.18

In der Diskussion um die elektronische Gesundheitskarte fordert der cnetz e.V., endlich verkrustete Strukturen aufzubrechen und begrüßt die Äußerungen von Gesundheitsminister Jens Spahn.

„Die elektronische Gesundheitskarte (eGK) ist mit ihrem technischen Konzept völlig veraltet und muss radikal umgestellt werden“ sagt der Bundestagsabgeordnete Thomas Jarzombek, der zugleich Sprecher des cnetz e.V. ist.

Wir haben in den Koalitionsverhandlungen intensiv über die eGK gesprochen mit dem klaren Ziel, diese wie auch andere Kundenkarten staatsnaher Institution wie Bahncard oder Nahverkehrsausweise im neuen Personalausweis zu bündeln“ so Jarzombek. „Das Ziel besteht darin, dass die Bürger alle Dienste mit einer Karte und einem Bürgerkonto nutzen können. Die Bündelung der Daten hätte für die Bürgerinnen und Bürger einen klaren Nutzen: So wären im Falle von Unfällen oder akuten Erkrankungen ist Krankheitsgeschichte bekannt und die richtige Behandlung von vorn herein ohne Zeitverzug möglich. Das rettet Leben.“

Dieses Ziel ist in Zeile 2040 des Koalitionsvertrags festgehalten. So liegen schon heute die Daten meist in Clouds, die Karten sind nicht mehr als ein Authentifizierungsmedium dazu.

„Man darf die Menschen aber nicht damit quälen, dass jede Institution ihre eigenen Zugangskarten verlangt“, so Jarzombek weiter. „Damit werden auch zentrale Sicherheitsprobleme gelöst, wie Gesundheitskarten mit falschen Fotos. Citizen centricity, also das Denken aus Sicht der Bürger, muss die Maxime für die Modernisierung der öffentlichen Verwaltung sein“, fordert Thomas Jarzombek. „Dazu gehört, dass die Dienste rund um die eGK in das Bürgerkonto integriert werden, denn viele Bürger wollen den Zugriff auf die öffentlichen Dienstleistungen mit einem Klick.“