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Digitale Souveränität „Made in Germany“: Wie die Bundesregierung die Verwaltungsmodernisierung mit dem Deutschland-Stack neugestalten will

01. Dezember 2025 · 3 min Lesezeit
Digitale Souveränität „Made in Germany“: Wie die Bundesregierung die Verwaltungsmodernisierung mit dem Deutschland-Stack neugestalten will

Berlin – Mit klaren Worten und konkreten Zielen eröffnete Staatssekretär Thomas Jarzombek die #CNETZ-Jahreshauptversammlung am 28. November 2025 im Konrad-Adenauer-Haus in Berlin. Seine Keynote zur Digitalpolitik und Staatsmodernisierung machte deutlich: Die Bundesregierung hat die Zeichen der Zeit erkannt und nimmt die digitale Transformation in die eigene Hand.

Der Deutschland-Stack: Fünf Prinzipien für die digitale Zukunft

Im Zentrum von Jarzombeks Ausführungen stand der sogenannte Deutschland-Stack – eine technologische Grundlage für alle künftigen Digitalprojekte des Bundes. Die fünf Leitprinzipien könnten wegweisend werden:

  • Open Source für alle selbstentwickelten Lösungen,
  • API-First-Ansatz für maximale Vernetzungsfähigkeit,
  • UX-First für bürgerfreundliche Anwendungen
  • sowie Modularität
  • und Portabilität gegen Vendor-Lock-in-Effekte.

Besonders bemerkenswert: Ab dem neuen Jahr soll ein Zustimmungs- und Vorbehaltsmechanismus des BMDS (Bundesministeriums für Digitalisierung Und Staatmodernisierung) für IT-Großprojekte greifen. Ein überfälliger Schritt, wenn man an die der Vergangenheit gescheiterten IT-Projekte des Bundes denkt.

Die Wallet-Offensive: 25 Prozent sind erst der Anfang

Die digitale Identität rückt in den Fokus der Nutzerkommunikation. Mit einer Verbreitung von rund 25 Prozent bei der eID sei man auf einem guten Weg, so Jarzombek. Die Wallet werde als zentraler Nutzerzugang massiv ausgebaut – ein Schlüssel für künftige digitale Verwaltungsleistungen, von der Unternehmensgründung bis zur Baugenehmigung.

KI-Agenten gegen Genehmigungsstau

Ein Highlight der Keynote: Die angekündigte KI-gestützte Genehmigungsplattform. Jarzombek verspricht nicht weniger als eine Halbierung der Verfahrenszeiten bei Planfeststellungsverfahren – etwa für Infrastrukturprojekte. KI-Agenten sollen den bürokratischen Dschungel lichten und Genehmigungsprozesse beschleunigen. Ein Startup-Wettbewerb für Agentische-KI soll zudem frischen Wind und innovative Lösungen in die Abläufe der Verwaltung bringen.

Souveränität ist keine Ideologie, sondern Wirtschaftspolitik

Deutliche Worte fand Jarzombek zur technologischen Souveränität. Es gehe nicht um Protektionismus, sondern um wirtschaftliche Vernunft: Wertschöpfung in Europa halten, den Staat als Ankerkunden positionieren und die einseitige Abhängigkeit von US-Hyperscalern durchbrechen. Seine Kritik an der bisherigen Beschaffungspraxis zugunsten großer amerikanischer Anbieter war unmissverständlich.

Die Achillesferse bleibt: Breitbandausbau und Bürokratie

Trotz aller Fortschritte räumte der Staatssekretär Probleme ein: Der Breitbandausbau stocke durch fragmentierte Zuständigkeiten und langwierige Förderprogramme. 90 % des Breitbandausbaus erfolge eigenwirtschaftlich – doch die letzten Meter seien die schwersten. Hier sei dringend eine Verwaltungsmodernisierung und ein Bürokratieabbau nötig.

Appell an die Zivilgesellschaft

Jarzombek schloss mit einem bemerkenswerten Appell: Die Zivilgesellschaft möge als „Stachel im Fleisch" der Verwaltung fungieren und den Druck aufrechterhalten. Ein Eingeständnis, dass ohne externe Impulse die Maschinerie zu langsam läuft – und eine Einladung an Netzwerke wie #CNETZ, die Digitalisierung der Verwaltung weiterhin kritisch zu begleiten.

Die Keynote machte Appetit auf mehr. Der Deutschland-Stack könnte tatsächlich zum Fundament einer modernen, souveränen Digitalverwaltung werden – wenn Taten folgen

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