#cLunch: Raus aus der Mitteltechnologiefalle – von der Förderlogik zur Skalierungslogik
Deutschland hat viele gute Ideen, starke industrielle Kompetenzen und exzellente Forschung – aber zu selten werden daraus skalierbare Geschäftsmodelle. Beim jüngsten #cLunch des cnetz diskutierten wir mit Dr. Janina Jänsch (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie), wie der Weg aus der „Mitteltechnologiefalle" gelingt.
Der maßgeblich von dem Ökonomen Clemens Fuest geprägte Begriff der Mitteltechnologiefalle beschreibt ein strukturelles Problem: Deutschland ist stark in etablierten Technologien, verliert aber bei den Zukunftstechnologien den Anschluss. Beim #cLunch ging es bewusst nicht nur um die Problembeschreibung, sondern vor allem um die Wege heraus.
Drei Leitfragen
Im Zentrum der Diskussion standen drei Fragen: Welche Rahmenbedingungen brauchen Start-ups und innovative Unternehmen, damit aus guten Ideen echtes Wachstum wird? Wie kommen wir von der Förderlogik zur Skalierungslogik? Und was muss Politik anders machen, damit sie Innovation nicht nur begleitet, sondern ermöglicht – von Bürokratieabbau über Finanzierung und öffentliche Beschaffung bis zu Daten, KI und digitalen Infrastrukturen?
Zu Gast: Dr. Janina Jänsch (BMWE)
Rede und Antwort stand Dr. Janina Jänsch, Abteilungsleiterin Mittelstand, Zukunftstechnologien, Start-ups im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie:
„Um die ‚Täler des Todes' für Start-ups zu überwinden, müssen wir vor allem die Finanzierungsbedingungen und den Zugang zu Kapital verbessern. Ebenso entscheidend ist, dass junge Unternehmen frühzeitig Aufträge aus Industrie, Mittelstand und öffentlicher Hand erhalten. So können gute Ideen in Deutschland wachsen und skalieren, statt ins Ausland abzuwandern."
Vor diesem Hintergrund wurde unter anderem über die notwendige Verzahnung verschiedener Strategien diskutiert – insbesondere der Hightech-Agenda und der derzeit in Abstimmung befindlichen Start-up-Strategie – sowie über die strukturellen Unterschiede zwischen Deutschland und den USA mit Blick auf die Venture-Capital-Landschaft.
Die cnetz-Einordnung: Digitalisierung gehört ins Zentrum der Wachstumspolitik
Aus Sicht des cnetz wurde deutlich: Digitalisierung, KI und digitale Infrastrukturen sind keine Randbedingungen von Wachstumspolitik. Sie gehören ins Zentrum einer neuen wirtschafts- und technologiepolitischen Skalierungsagenda. Die zentrale Aufgabe ist jetzt, aus Ideen, industrieller Kompetenz und exzellenter Forschung schneller skalierbare Geschäftsmodelle, neue Märkte und zusätzliche Wertschöpfung zu machen.



