Am 28. Januar 2026 haben wir im Landtag NRW über Künstliche Intelligenz gesprochen. Bei Pizza und Getränken, ohne Schnickschnack.
Pizza statt Podium
Wir vom cnetz e.V. wollten wissen: Wo steht Deutschland bei KI? Was können wir? Und was muss die Politik jetzt tun? Keine Festrede, kein Podium, keine vorbereiteten Statements. Stattdessen: direkter Austausch zwischen Abgeordneten, Unternehmern und Digitalexperten.
Danke fürs Mitmachen
Unser Vorstandsmitglied Annika Fohn MdL hat die Veranstaltung mitorganisiert und ihr Fraktionskollege Björn Franken MdL hat in seiner Funktion als digitalpolitischer Sprecher die landespolitische Perspektive beigesteuert. Neben der parlamentarischen Arbeit u.a. in der Enquete Kommission zu KI stellte der die Kompetenzplattform KI.NRW und die Arbeit in der Bildungspolitik in den Fokus.
Chris Weidner mit Klartext und Praxisbeispielen
Chris Weidner von Digital Mavericks hat gezeigt, wie KI funktioniert, wo Deutschland punkten kann und welche politischen Entscheidungen jetzt anstehen. Ein besonderes Augenmerk richtete er auf KI-Agenten. Agentische KI-Systeme können bspw. in Verwaltungsprozessen eingesetzt werden und diese effizienter und effektiver gestalten.
Mit Blick in Richtung Politik betonte er: Wir haben Know-how, wir haben Industrie, wir haben Forschung. Was oftmals fehlt, ist der politische Wille, daraus etwas zu machen und selbst in eine starke Umsetzerrolle zu gehen.
Besonders interessant: seine Einschätzung zu Open-Source-Modellen, dezentraler KI-Infrastruktur und der Frage, ob Europa eine eigene KI-Strategie braucht oder ob wir uns auf US- und chinesische Anbieter verlassen wollen. Spoiler: Sollten wir nicht.
Fast ohne Datenschutzdiskussion
Keine Digital- und KI-Diskussion ohne Datenschutz und Cybersicherheit. Gerade wir riskante Anwendungen bei denen es um Leib und Leben geht, müssen die Ergebnisse verlässlich und sicher, also nicht manipuliert sein. Gleichzeitig wurden vor allem in der Vergangenheit immer die sogenannten Hochrisikoanwendungen intensiv diskutiert. Dabei wurden die „einfachen KI-Anwendungen“ etwas aus den Augen verloren. Mehrere Teilnehmende haben betont, dass Datenschutz wichtig ist – aber eben nicht das einzige Thema sein darf. Wir müssen auch über Innovationsgeschwindigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Handlungsfähigkeit des Staates sprechen. Ein Teilnehmer aus der Verwaltung hat es auf den Punkt gebracht: „Wir schützen Daten so gut, dass wir am Ende keine Dienstleistungen mehr anbieten können.“
Aus Fehlern lernen
Internet, E-Commerce, Social Media – bei allem haben wir zu lange gezögert. Bei KI können wir es besser machen. Und das Zeitfenster steht noch offen.
Die Liste ist lang: Wir haben das Internet nicht ernst genommen. Wir haben E-Commerce verschlafen. Wir haben Social Media den Amerikanern überlassen. Wir haben bei der Cloud-Infrastruktur zugeschaut. Jetzt steht KI vor der Tür – diesmal können wir es besser machen.
Der Unterschied diesmal: Es gibt ein Bewusstsein dafür. Niemand im Raum hat bestritten, dass Deutschland Nachholbedarf hat. Aber es gab auch Optimismus. Mehrere Beispiele aus NRW zeigen, dass es geht: Kommunen, die KI in der Verwaltung testen. Mittelständler, die ihre Produktion mit KI optimieren. Startups, die KI-Tools für den deutschen Markt entwickeln.
Was fehlt: eine politische Haltung, die das unterstützt statt ausbremst. Förderung, die ankommt. Vergaberecht, das Innovation nicht verhindert. Verwaltungsdigitalisierung, die den Namen verdient.
Ein Format, das funktioniert
Informeller Rahmen, klare Impulse, offener Austausch. Alle haben mitdiskutiert, Fragen gestellt, Lösungen gesucht.
Die Stimmung war gut. Nicht, weil alle einer Meinung waren, sondern weil unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen konnten. Ein Landtagsabgeordneter sprach über regulatorische Hürden, ein Unternehmer über Fachkräftemangel, eine Verwaltungsmitarbeiterin über fehlende Budgets. Und alle haben zugehört.
Genau dafür gibt es #cnetz: Wir verbinden Politik, Wirtschaft und digitale Zivilgesellschaft. Wir sind keine einseitige Lobby, sondern Dialogpartner. Wir wollen nicht belehren, sondern zuhören und diskutieren. Und wir begnügen uns nicht mit Kritik – wir arbeiten an Lösungen..
Für alle, die mitmachen wollen.
Wir werden dieses Format fortsetzen. Andere Themen, andere Orte, aber immer mit dem gleichen Anspruch: ehrlich, direkt, lösungsorientiert.
Wer dabei sein will: meldet euch. Wer Themen hat: schreibt uns. Wer Ideen hat: her damit.

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Für alle, die gestalten wollen.
#cnetz setzt sich für einen informierten, konstruktiven Dialog über digitale Themen ein. Praxisnah, politikübergreifend und immer mit Blick auf digitale Souveränität für Deutschland.
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