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„Berliner internet think tanks“ diskutieren über digitalen Wandel der Kreativindustrie
Veröffentlicht am 08.05.13

Diskussionsabend mit Mike Masnick und Hugh McGuire

„Vor welchen Herausforderungen werden Kulturschaffende und -mittler gestellt? Welche innovative Konzepte für die Online-Verwertung werden ausprobiert? Inwieweit schöpfen die Beteiligten die sich ihnen bietenden Chancen heute bereits aus? Wie sehr profitieren sie von ihnen? Welche Rahmenbedingungen fördern oder hindern ihre Entwicklung? Wie verändern sich traditionelle Rollen?“

Fragen über Fragen, doch Mike Masnick und Hugh McGuire haben sich am frühen Montagabend des 25. Aprils vor keiner dieser Fragen geduckt und intensiv mit den ca. 50 anwesenden Gästen in der PLATOON Kunsthalle in Berlin Prenzlauer Berg diskutiert. Zunächst haben beide Gäste dem Publikum einen kurzen Input gegeben, wobei Hugh McGuire, als Gründer von PressBooks und LibriVox.org, vor allem auf den Wandel in der Buchbranche eingegangen ist.

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Auf Einladung von iRights, der Stiftung Neue Verantwortung, D64, dem Internet und Gesellschaft Collaboratory und dem cnetz ging es unter anderem auch um die „10-Millionen-Dollar“ Frage: „Warum sollte jemand im Internet für etwas bezahlen, das er bei einem anderen Anbieter auch umsonst bekommt?“. Die Antwort von Mike Masnick war zunächst relativ kurz und einfach. „Wenn das Produkt gut genug ist, wird man auch dafür bezahlen“, antwortete der Gründer und CEO von Techdirt und Floor64. Das sehe man z.B. am Geschäftsmodell von Spotify oder Bandcamp. Sichtlich gut gelaunt nahm die Diskussion ihren Lauf und nun versuchte man sich auch an grundsätzlicheren Fragen – zu Zeiten von Youtube und Kickstarter müsse man ernsthaft darüber nachdenken, was wir heute als Film oder Buch verstehen. Weil sich die grundlegenden Distributionsketten verändern und immer mehr Menschen die Möglichkeit offen steht, selbst ein Buch zu veröffentlichen oder einen Film zu drehen, müssen wir uns eben genau diesen Fragen stellen und uns auch fragen, welcher Nutzen heute vielleicht verhindert wird, weil alte Geschäftsmodelle künstlich aufrechterhalten werden. So wurden seit der Jahrtausendwende mehr Musiktitel veröffentlicht, als in der gesamten Menschheitsgeschichte zuvor, so Mike Masnick weiter. Das dies nicht allein von den Plattenlabels geleistet wurde, liegt auf der Hand.

Wo beginnt der „Markt“ dann heute also, und wo hört er auf?

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